Isabelle van Keulen

Isabella van Keulen / © Marco Borggreve

Isabella van Keulen / © Marco Borggreve

„Ihre hohe musikalische Intelligenz und ein lebhafter Klang verbinden sich mit einem feinen Gespür für die tiefen, eindringlichen Emp ndungen dieser Musik … absolut zauberhaft“ The Guardian

Von ihrer Heimat den Niederlanden aus erobert Isabelle van Keulen die ganze Welt – und dies auf Violine und Viola gleichermaßen! Sie ist auf den großen Konzertpodien zu Hause und durch ihre charismatische Ausstrahlung und musikalische Vielseitigkeit eine der gefragtesten Musikerinnen unserer Zeit.
Konzerte mit den Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra, den Rundfunkorchestern des BR und des NDR, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem London Philharmonic Orchestra und dem Helsinki Philharmonic Orchestra sind einige der besonderen Glanzpunkte einer ohnehin glanzvollen Karriere.

Als Isabelle van Keulen in Mijdrecht (Niederlande) aufwuchs, lief fast täglich das Klassikradio im Hause der Künstlerfamilie. Es wurde nur ausgeschaltet, wenn Isabells ältere Schwester Flöte übte. Ihr eiferte Isabelle nach und so konnte sie Noten lesen bevor sie Buchstaben kannte. Die Geige hat sie fasziniert und Isabelle bekam im Alter von 5 Jahren ersten Unterricht bei Herrn de Bakker, der in ihr die Liebe und Bewunderung für Musik weckte.

Dass sie Geigerin werden wollte, war Isabelle von dieser ersten Geigenstunde an klar. Zunächst war dies jedoch ein Geheimnis, da zu Schulzeiten ihre Liebe zur klassischen Musik unter Mitschülern nicht unbedingt auf Verständnis stieß. Ab dem Alter von 11 Jahren und unter ihrer neuen Lehrerin Davina van Wely gewann Isabelle regelmäßig Wettbewerbe. 1984 wurde sie zudem zum ‚Young Musician of The Year‘ gekürt, beendete aber trotz aller musikalischer Erfolge die Schule mit Abitur, denn auch andere Interessen, wie etwa alte Sprachen und Geschichte, sollten nicht zu kurz kommen. Archäologin zu werden wäre ein weiterer Berufswunsch gewesen, sollte es mit dem Geigenspielen nicht klappen – doch ihre Erfolge beweisen, dass sie den für sie einzig richtigen Weg gefunden hat. Nach den Studien bei Frau van Wely, konnte sie bei Sandor Vegh in Salzburg zu ihrer künstlerischen Freiheit und Eigenheit finden. Im Studium entdeckte sie auch ihre Liebe zur Bratsche und nachdem sie kurzfristig für einen Kollegen eingesprungen war, legte sie die Bratsche nie mehr aus der Hand.

Bereits mit Anfang 20 unterrichtete Isabelle in Den Haag und Basel, gab die Stellen zu Gunsten ihrer Solokarriere jedoch wieder auf. In 2012 wurde sie erneut an die Musikhochschule in Luzern berufen und widmet sich seither wieder ihrer Lehrtätigkeit. Bei ihrem Unterricht pro tiert sie selbst von der Notwendigkeit technische Schwierigkeiten und musikalische Gestaltungsvarianten in Worte fassen zu müssen, was wiederum die Einsicht und das Verständnis für ihr eigenes Spiel erhöht.

Isabelles Motto lautet: „Du bist nur so gut, wie dein letztes Konzert“. Nicht der schnelle Erfolg, sondern stetiges Wachsen und Lernen und die Selbstrealisierung durch Musik ist ihr Bestreben. Auch der menschliche Kontakt zu ihren musikalischen Partnern ist ihr ein großes Anliegen, denn auch das ist im Endresultat – dem Konzert – hörbar. Dazu kommen ihre nuancierte Klangbildung, ihre Fantasie sowie die Fähigkeit, technische Probleme auf musikalische Weise zu lösen. Isabelles Repertoire deckt erstaunlich viele Epochen ab, was ihr wiederum große Freiheit und einen bereichernden Transfer zwischen Jahrhunderten, Stilen und Kontinenten ermöglicht.

Die Arbeit als freischaffende Künstlerin erlebt Isabelle als großes Privileg. Sie ist ihr eigener Boss, hat ihre Freiheit und genießt das Reisen sowie die kulturellen und kulinarischen Unter- schiede der einzelnen Länder. Auch mit Ehemann und zwei Kindern lässt sich ihr Leben bestens vereinbaren. Einen entspannenden Ausgleich zum Konzertleben findet sie in ihrer raren Freizeit beim Sport und bei der Gartenarbeit. In Zukunft will Isabelle stets neugierig und in Schwung bleiben – sowohl musikalisch als auch körperlich – denn Stillstand ist für sie ein Fremdwort.