
Inspiriertes Musizieren, eine an jedem Pult unverkennbare Leistungsbereitschaft, hohes persönliches Engagement und die unablässige Bereitschaft zur Entwicklung prägen das Bild der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein.
Dass diese Merkmale über die Jahre und Jahrzehnte erhalten und in feinsinniger Weise kultiviert wurden, liegt nicht zuletzt auch an Lavard Skou-Larsen. Der aus Brasilien stammende Violinist, Chefdirigent und künstlerische Leiter wurde am Salzburger Mozarteum ausgebildet und hat sich früh auf den internationalen Podien hören lassen.
So ist Lavard Skou-Larsen regelmäßig mit „seinen Musikern“ auf Reisen: Tourneen nach Brasilien, Finnland und Frankreich sowie verschiedene Einladungen in die Schweiz sind Teil der jüngsten Orchestergeschichte, während die Auftritte als Orchestra in Residence der traditionsreichen Internationalen Sommerakademie Mozarteum beinahe schon eine liebe Gewohnheit sind. Erfolgreiche Gastauftritte im französischen Epinal, beim renommierten niederländischen Storioni-Festival in Eindhoven sowie das brillante Debüt in der Philharmonie Essen mit dem Ensemble WienBerlin anlässlich des fünfjährigen Jubiläums des Konzerthauses sind nur einige Eckdaten aus der vergangenen Jahren.
Die Geschichte des Orchesters ist untrennbar mit zahlreichen Entdeckungen und Auftragskompositionen sowie Ur- und Erstaufführungen verbunden. Unter anderem hat die Deutsche Kammerakademie Neuss im Jahr 2008 die deutsche Erstaufführung des Tombeau de Virgile von Philippe Hersant gegeben, ein Jahr später beim International Marimba Competition 2009 das Konzert für Marimba und Orchester des luxemburgischen Komponisten Alexander Müllenbach aus der Taufe gehoben. Im Mai 2010 erfolgte die Welturaufführung von Don Jaffés Sinfonie „Anni horribili“.
Daneben spricht eine Diskografie von gut 30 CDs eine deutliche Sprache. Bei dem Label cpo sind viele exzellente Raritäten veröffentlicht worden, so zum Beispiel Carl Heinrich Grauns Oper Montezuma oder der umfangreiche Aufnahme-Zyklus der Sinfonien von Michael Haydn, zu dessen Abschluss klassik-heute.com am 20. Januar 2010 schrieb: „... wie schwungvoll und energisch, dabei erfrischend gelöst und voller klangfarblicher Raffinesse die Neusser den Werken zu Leibe rücken, das hat höchstes Format.“. Ein ungewöhnliches Programm mit Kompositionen von Markus Stockhausen, dem großen Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz, zeitgenössischen Klängen und Improvisationen erschien Ende 2008.
Seit 1983 wird die Kammerakademie von der Stadt Neuss gefördert. Sponsoren wie die Sparkasse Neuss und 3M leisten wichtige Unterstützung. Besonderer Dank gilt der Art Mentor Foundation Luzern, die das Orchester seit 2007 unterstützt hat.
